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Am ersten Mai gemeinsam auf die Straße – für unsere Zukunft statt eure Profite

Krise? Nicht auf unserem Rücken!

Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie ist „die Krise“ wieder in aller Munde. Nach der bis heute nicht völlig überwundenen Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008 erleben wir wenige Jahre später die nächste große Delle in der Weltwirtschaft.

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Aktuelles

Aufruf: SOLIDARISCHER SHUTDOWN JETZT!

Solidarischer Shutdown jetzt!
Maßnahmen für die Menschen statt für Wirtschaft und Konzerne!

Der Senat hat eine nächtliche Ausgangssperre ab Karfreitag verhängt. Damit wird ein weiterer Teil des Privatlebens durch eine Maßnahme eingeschränkt, die sich bisher als kaum wirksam herausgestellt hat. Die Infektionen passieren nicht nach 21:00 auf der Straße. Sie passieren in vollen Bussen und Bahnen auf dem Weg zur Arbeit! In Betrieben und Großraumbüros! Die Pandemiebekämpfung wird auf dem Rücken der arbeitenden Menschen ausgetragen, die sich jeden Tag für die Profite der Wirtschaft in Gefahr bringen.

Fast 3 Millionen Infektionen und über 75.000 Tote allein in Deutschland – das ist das Ergebnis einer desaströsen staatlichen Coronapolitik, die das Privat- und Kulturleben im ewigen Wischi-Waschi-Lockdown hält, während Industrie und Großbetriebe noch immer geschont werden. Auch die Impfstoffe werden durch Patente geschützt, um den Pharmafirmen Gewinne zu sichern. Ergebnis sind Verzögerungen bei der Produktion, die einen flächendeckenden Einsatz bis jetzt verhindert haben. Es reicht!

Wir wollen eine andere Politik gegen die Corona-Pandemie: Wirksam, konsequent und vor allem solidarisch! Die Querdenker verbreiten irrationale Verschwörungstheorien und bieten rechten, menschenfeindlichen Kräften eine Bühne. Wir stellen uns entschlossen dagegen und stehen für eine gemeinsame, gesamtgesellschaftliche und sozial gerechte Perspektive ein.

Konkret fordern wir:

  • Fabriken, Büros, Betriebe, Baustellen, Schulen müssen geschlossen werden, bis die Infektionszahlen endlich unten sind! Und das bei voller Lohnfortzahlung! Keine Kündigungen!
  • Keine Ausgangssperren, lasst die Leute rausgehen!
  • Das Gesundheitssystem muss in öffentliche Hand und ausfinanziert werden! Mehr Geld und mehr Personal! Keine Profite mit unserer Gesundheit!
  • Die Patente auf die Impfstoffe müssen aufgehoben werden!
  • Menschen, die kein Zuhause haben, müssen sicher untergebracht werden. Hotels für Bedürftige öffnen! Mieten aussetzen, niemand darf seine Wohnung verlieren!
  • Schutzmittel wie Masken, Desinfektionsgel und Selbsttests müssen kostenlos zur Verfügung gestellt werden!
  • Wir brauchen zur Finanzierung der Maßnahmen eine sofortige Vermögensabgabe!
  • Auflösung aller Sammelunterkünfte für geflüchtete Menschen, insbesondere der Erstaufnahme-Einrichtung in Rahlstedt. Unterbringung in Wohnungen oder übergangsweise in leeren Hotelzimmern, wo ein wirksamer Schutz vor einer Corona-Infektion möglich ist.
    Wir rufen auf zur Kundgebung
    Freitag, 2. April, 19.00 Uhr, Rathausmarkt

[Wir nehmen den Infektionsschutz auf der Kundgebung sehr ernst: Bitte tragt medizinische Masken und haltet die Abstände untereinander ein. Rechte Gruppierungen und Verschwörungstheorien haben keinen Platz auf der Kundgebung!]

Dieser Aufruf wird unterstützt von:

Zero Covid Hamburg, DIDF Hamburg, Interventionistische Linke Hamburg, Internationaler Jugendverein Hamburg, DIDF-Jugend Hamburg, Campusgrün Hamburg, Die Falken Hamburg, Seebrücke Hamburg, Jour Fixe – Gewerkschaftslinke Hamburg, Gruppe für den organisierten Widerspruch (GROW), DKP Hamburg, Jugendrat Hamburg

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Aktuelles

Istanbul Konvention überall durchsetzen, sie gehört uns! Solidarität mit den Frauen in der Türkei!

In der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag verkündete die türkische Regierung auf Entscheidung des Präsidenten Erdogan von der Istanbul Konvention zurückzutreten. Mit Unterzeichnung der Konvention im Jahr 2011 hatte die Türkei sich verpflichtet, Frauenrechte verbindlich festzulegen und auf allen staatlichen Ebenen Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen und betroffenen Frauen Schutz und Unterstützung zu bieten. Bis März 2020 wurde das Übereinkommen von 45 Staaten unterzeichnet und von 34 ratifiziert. Das türkische Parlament ratifizierte das Abkommen sogar als erstes der Unterzeichnerstaaten am 14. März 2012 , wandte es jedoch bis zu seinem Wiederaustritt 2021 nie an.
Mit dem Austritt aus der Istanbuler Konvention führt der türkische Präsident einen weiteren Handstreich gegen Frauenrechte. Die Entscheidung kommt zu einer Zeit, in der Gewalt gegen Frauen
gefährlich ansteigt. Infolge der pandemiebedingten Isolation haben Gewaltverbrechen gegen Frauen und Mädchen drastisch zugenommen. Allein im Jahr 2020 verzeichnet die Türkei über 300 Femizide.
Bedingt durch die Folgen der Wirtschaftskrise hat die türkische Regierung innenpolitisch unlängst eine härtere Gangart eingelegt. Erdogan treibt das Land in tiefere Spannungen, die sich in
Polarisierung und Repression gegen Oppositionelle und demokratische und fortschrittliche Kräfte entladen. Erst vor wenigen Tagen leitete die türkische Generalstaatsanwaltschaft ein Verbotsverfahren gegen die Demokratische Partei der Völker (HDP) ein. Der Austritt aus der
Istanbuler Konvention fügt sich damit in das Gesamtbild eines Landes ein, das demokratische Rechte mit Füßen tritt, die Verfolgung von Regierungskritikern und Oppositionellen per Verbotsersuchen
zuspitzt, mit aller Härte gegen Gewerkschafts- und Arbeiterrechte vorgeht und außenpolitisch mit den Nachbarländern militärische Konflikte befeuert.
Wir verurteilen den Austritt der Türkei aus der Istanbuler Konvention und stehen solidarisch an der Seite der Frauen, die trotz staatlicher Widerstände ungebrochen ihren Kampf gegen Gewalt und
Diskriminierung fortführen. Wenige Tage vor dem EU-Gipfel erwarten wir von der deutschen Bundesregierung statt leerer Empörungsbekundungen konsequente Schritte! Dazu gehört die
Einstellung wirtschaftlicher und politischer Unterstützung sowie ein sofortiger Waffen- und Rüstungsstop.

Unterzeichnende Organisationen:

Föderation demokratischer Arbeitervereine DIDF Hamburg

DIDF-Jugend Hamburg

Migrantinnen Bund GKB Hamburg

Internationaler Jugendverein Hamburg

Interventionistische Linke IL Hamburg

OAT Offenes Antifaschistisches Treffen Hamburg

enby:galactic+trans:tastic

Zora Hamburg

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Aktuelles

KEINE “NULLRUNDE” MEHR

Die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie endete am 1. März 2021. Die IG Metall hatte im vergangenen Frühjahr dem Arbeitgeberverband »Gesamtmetall« wegen der Transformation –digitaler und ökologischer Wandel– den Aufschub eines Arbeitskampfs angeboten. Im Gegenzug sollten Arbeitsplätze gesichert und Kündigungen vermieden werden. Heute wissen wir, dass ein Teil der industriellen Kapitalisten mit Personalabbau und Lohnkürzungen geantwortet hat – neben der Pandemie als vorgeschobene Begründung wurde vor allem auf die Rezession verwiesen, die seit der Ende 2019 begonnenen Wirtschaftskrise anhält. Eine »Nullrunde« war das Ergebnis der tariflichen Sondierung. Nun ist das »Moratorium« Geschichte. Lohnarbeit und Kapital stehen sich gegenüber.

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Aktuelles Veranstaltungen

Unsere Azubibroschüre ist da!

Eine Ausbildung, macht man das heute noch? Meist drei Jahre lang das unterste Glied in der Nahrungskette sein und das bei lächerlicher Bezahlung und Vollzeit. Die spätere, berufliche Perspektive meist blind in die Hände des Ausbildungsbetriebes legen und das bei ungewisser Übernahme und oft auch schlechten Weiterbildungsmöglichkeiten. All das ist tatsächlicher Alltag von uns Auszubildenden. Dass eine Ausbildung unter diesen Umständen nur selten die erste Wahl ist, zeigt sich auch daran, dass es in Deutschland seit etwa fünf Jahren doppelt so viele Studierende wie Auszubildende gibt. Hinzu kommt, dass wir Berufsschüler:innen durch die Unterfinanzierung der Berufsschulen beim Lernen alleingelassen werden. Wer also weder von Haus aus gute Startbedingungen oder eine:n gönnerhafte:n Chef:in, noch eine ausreichend hohe Ausbildungsvergütung bekommt, der:die sieht sich ungeheuren Hürden gegenüber. Und selbst die, die unter guten Bedingungen eine Ausbildung machen, sind nicht vor den Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise sicher. Durch die Krise sind Übernahmen noch unsicherer geworden, als sie es vorher schon waren. Viele Ausbildungen, vor allem in kleinen und mittelständischen Betrieben, aber auch in großen Firmen, sind nicht mehr sicher. Wir Auszubildenden stehen vor einer ungewissen Zukunft und etwaige Kurzarbeit bedroht das eigenständige Wohnen derer, die vorher die seltene Möglichkeit dazu hatten. Die Krise verschärft besonders die Situation der Menschen, die ohnehin für jeden Euro hart arbeiten müssen und zu denen auch wir Auszubildenden gehören.

Komm zu unserem Treffen der Azubiplattform, am 18.12. um 19:00. Alle weiteren Informationen sind im WhatsApp Infochannel zu finden: https://chat.whatsapp.com/F3kZBdn5cT20UaJlOh6vYq

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Aktuelles

Aufruf: “Hamburg hat ein Polizeiproblem”

Hamburg hat ein Polizeiproblem. Am 17. und 20.6.2020 wurden von Hamburger Polizeicomputern die persönlichen Daten einer* polizeikritischen Autorin* abgefragt. Diese und ähnliche Datenabfragen durch Polizist*innen in Hessen und Berlin liefern die Adressen, um die Morddrohungen des sog. „NSU 2.0“ zustellen zu können. Doch anstatt die unmittelbare, potentiell tödliche Gefahr von rechts ernst zu nehmen und sofort umfassend zu ermitteln, wiegeln Hamburger Polizei und Innensenator ab: Das Verfahren werde in Hessen geführt, so lange warte man erst mal ab.

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Aktuelles Selbstverständnis

SELBSTVERSTÄNDNIS

Wer sind wir?

Der Internationale Jugendverein möchte für all die jungen Menschen eine Perspektive schaffen, die in einer Welt ohne gesellschaftliche, politische und ökonomische Unterdrückung und Ausbeutung leben wollen.
Wir sehen eine Arbeitswelt, die unsere Zukunft nicht sichert. Wir sehen eine Stadt, die für uns keinen Platz mehr hat. Wir sehen eine wachsende Bedrohung durch rechte Kräfte, die vor keinem von uns Halt macht, sei es aufgrund von Herkunft, Sexualität, Geschlecht oder politischer Gesinnung. Wir sehen eine Gesellschaft, die auf der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unterdrückung der Frau basiert. Wir sehen, dass die Erde, auf der wir leben, durch die profitgesteuerte Wirtschaft an ihre Grenzen kommt. Wir sehen überall auf der Welt Kriege um Absatzmärkte und politischen Einfluss.

All diese Widersprüche sind kein Zufall, denn wir leben in einer Klassengesellschaft, in der Banken und Konzerne für Ausbeutung und Spaltung der breiten Massen verantwortlich sind. Deshalb können unsere Probleme nicht durch einige Korrekturen aus der Welt geschaffen werden. Das steht aber keineswegs in Widerspruch dazu, dass wir für konkrete Verbesserungen kämpfen. Seit einigen Jahren beobachten wir ein Anwachsen der Jugendbewegung. Wir nehmen nicht nur an Aktionen und Protesten teil, sondern initiieren sie auch. Bei uns Jugendlichen werden auch Tendenzen erkennbar, die vom Kampf gegen einzelne Misstände übergehen zu einer Gesamtkritik der Klassengesellschaft. Dieser Prozess stärkt auch die Eigendynamik und die Bereitschaft sich zu organisieren.

Auch wenn die herrschende Politik mit allen Mitteln die Entpolitisierung, Isolierung und Spaltung vorantreibt, erkennt ein beachtlicher Teil der Jugend, dass eine bessere Zukunft nur im gemeinsamen Kampf zu erreichen ist. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Solidarität und das Bewusstsein für einen gemeinsamen Kampf wachzuhalten. Wir wissen, dass das politische Handeln ein organisiertes und kollektives Handeln ist.

Wir sind solidarisch mit all denen, die in dieser Gesellschaft von unten kämpfen müssen. Wir möchten durch solch ein solidarisches Miteinander eine Idee davon erarbeiten, wie ein Leben frei von Ausbeutung und Spaltung aussehen könnte.

Bildung & Arbeit

In Schule, Studium und Ausbildung werden wir Jugendliche in erster Linie auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Die starren Inhalte lassen keinen Raum für Entfaltung und eigene Interessen. Die Unterfinanzierung führt zu ungleichen Bedingungen und viele von uns fallen durch das Raster. Ausbildungsorte dürfen keine Lernfabrik sein, aus der wir als Produkte für den Arbeitsmarkt ausgespuckt werden – wir brauchen ein Bildungssystem, indem wir im Mittelpunkt stehen und nicht unsere potentielle Arbeitskraft.

Die Hochschulen sind, statt ein Ort der Bildung und Forschung zu sein, zu einem Ort voller Leistungsdruck, Konkurrenzkampf und Angst um berufliche Perspektive geworden. Neben all diesen Problemen können viele Studierende ihren Lebensunterhalt nur schwer aufbringen.

In der Berufsausbildung sieht es nicht besser aus: die Vergütung reicht nur in wenigen Fällen aus, um in einer Großstadt wirklich davon leben zu können, und kommt nicht ansatzweise an den Mindestlohn heran. Auszubildende werden häufig wie billige Arbeitskräfte behandelt, die übermäßig lange und hart arbeiten müssen. Doch selbst mit abgeschlossener Ausbildung herrscht keine Übernahmegarantie und viele Auszubildende müssen sich Sorgen um ihre Zukunft machen.

Ob in der Ausbildung oder nicht – Jugendliche arbeiten oft im Niedriglohnsektor, in dem wir verschärft von Ausbeutung betroffen sind. In der Krise sind wir diejenigen, die als erstes entlassen werden – und den Rest der Zeit sind wir diejenigen, die den Betrieb mit unbezahlten Praktika bereichern.
All diese Probleme lasten auf dem Rücken der jungen Menschen, die diese Gesellschaft mittragen und in Zukunft tragen werden.

Stadt & Kultur

Durch steigende Mietpreise wird es für uns junge Menschen immer schwieriger, in der Stadt zu leben. Wohnraum ist zu einem Markt geworden, der nicht auf bedürfnisorientierte Nutzung, sondern Profit ausgelegt ist. Uns trifft dies besonders hart, da wir oft kein hohes oder geregeltes Einkommen haben und deshalb stark von dem Anstieg der Mieten betroffen sind. Uns werden hierdurch ein eigenständiges Leben und die Möglichkeit, die gewünschte Ausbildung wahrzunehmen, oft verwehrt. Wir brauchen mehr und günstigeren Wohnraum.

Das Wachsen der Städte schafft ebenfalls eine Notwendigkeit für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, der Menschen verlässlich zum Ziel bringt – und zwar kostenlos!
Die Jugend ist eine Zeit für Interessensausbildung, Selbstfindung und Kreativität. Um dies zu verwirklichen, sind kostenlose und leicht zugängliche Angebote notwendig.
Kultureller Austausch und die Bewegung außerhalb von Arbeit und Schule stärken das Gemeinschaftsgefühl und wirken Spaltung und Perspektivlosigkeit entgegen. Dafür brauchen wir vielfältige Möglichkeiten: Jugendzentren, öffentliche Räume, Musik- und Theaterangebote, Sportvereine sowie politische Bildungsangebote. Das Recht auf Selbstverwirklichung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

Antifaschismus

Rassismus ist ein strukturelles Problem in unserer Gesellschaft – es äußert sich z.B. in Form von Alltagsrassismus, rassistischer Polizeigewalt und rechtem Terror. Der Nationalsozialismus hat uns gezeigt, was passiert, wenn der Faschismus siegt. Wir haben gesehen, dass Krieg und Faschismus niemals im Interesse der Menschen sein können. Gleichzeitig hat eine tatsächliche Entnazifizierung in Deutschland nie stattgefunden, weder personell noch strukturell.

Rechtes Gedankengut manipuliert, indem es Menschen durch Angstmache und Hetze spaltet. Unternehmer:innen nutzen dies, um zum Beispiel Kämpfe für bessere Arbeitsbedingungen zu zerschlagen. Die Regierung nutzt dies, um eine menschenfeindliche Geflüchtetenpolitik durchzusetzen und das Gefühl einer nationalen Einheit zu schaffen. Medien nutzen dies, um Profit aus Sensationsschlagzeilen zu schlagen und reproduzieren diese Stereotype. Rechte Parteien und Organisationen nutzen Feindbilder, um Unterstützer:innen für ihre reaktionäre Politik zu gewinnen. Diejenigen, die von unserer Spaltung profitieren, werden diese befeuern – und das dürfen wir nicht zulassen.
Das durch einen starken Rechtsruck bestimmte politische Klima trägt dazu bei, dass es vermehrt zu rassistischen Anschlägen und Morden kommt. Deutschlandweit bestehen gewaltbereite, organisierte Strukturen. Im Falle des NSU haben wir gesehen, dass der Verfassungsschutz diese Organisationen finanziert und schützt – deshalb fordern wir die Auflösung des Verfassungsschutzes!

Doch nicht allein die faschistischen Organisationen verbreiten Spaltung – auch die soziale Realität von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland muss sich verändern. Das strukturelle Problem der Armut und Ausgrenzung muss behoben werden, indem Migrant:innen und Menschen mit Migrationshintergrund aus ihrer sich immer wieder selbst reproduzierenden sozialen und ökonomischen Realität befreit werden. Der Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung kann nur gemeinsam geführt werden! Solidarität bleibt unsere stärkste Waffe! Lasst uns zusammenstehen gegen Ausbeutung und Faschismus!

Geschlechterbefreiung

Wir sehen deutlich, dass Frauen in unserer Gesellschaft immer noch mit spezifischen Problemen zu kämpfen haben und noch mehr unter dem ausbeutenden System leiden, als Männer. Die zunehmende Teilnahme der Frauen am Arbeitsleben hat sie nicht vor der übermäßigen und oft unbemerkten Arbeit im Haushalt geschont. Doch auch die Lohnarbeit der Frau wird geringer bezahlt und findet häufiger unter schlechteren Bedingungen statt. Wir brauchen Strukturen, die Frauen von dieser Belastung befreien – die die Erziehung der Kinder sowie den Haushalt zur gesellschaftlichen Aufgabe machen und jeder Frau ermöglichen, selbstständig und gleichberechtigt zu leben. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Viel zu lange bestehende Machtstrukturen und das daraus resultierende Bewusstsein stehen in direktem Verhältnis zu sexistischen und auch gewalttätigen Handlungen gegenüber Frauen. Femizide, also spezifische Morde an Frauen, bringen diese Verhältnisse auf die brutalste Art und Weise zum Ausdruck. Besonders Personen, die nicht in das altbekannte Geschlechterbild passen, sind häufig Opfer von sexualisierter Gewalt. In Medien und Werbung wird die Degradierung und Entmenschlichung der Frau deutlich. Die dort reproduzierten sexistischen Bilder gehen in das gesellschaftliche Bewusstsein ein. Dagegen müssen wir ankämpfen!

Doch es reicht nicht aus, nur gegen die Bilder in den Köpfen der Menschen zu kämpfen – solange Frauen in dieser Gesellschaft materiell unterdrückt werden, wird auch der Sexismus in den Köpfen der Menschen nicht verschwinden. Die Befreiung der Frau ist nur im Kampf gegen ausbeutende Strukturen und als Teil des sozialen Kampfes möglich!

Das traditionelle und unterdrückende Familienbild bestärkt die Geschlechterrolle der Frau, es schließt aber auch jegliche queere Sexualität und Geschlechtsidentität aus. Hieraus entspringt eine gesellschaftliche sowie politische Ausgrenzung von queeren Menschen – wir müssen uns geschlossen gegen jegliche Unterdrückung aufgrund von Geschlechtsidentität oder biologischem Geschlecht, sowie sexueller Orientierung stellen!

Umwelt

Wir erkennen den fortwährenden Zerfall unserer Umwelt, der sich durch das Schrumpfen von Lebensräumen, extremeres Klima und unfruchtbare Böden äußert. Zukunftsgerichtet kann uns ein weiterer Umgang dieser Art mit der Umwelt keine Perspektive geben.

Doch eine reine Konsumkritik, die nur die Verbraucher:innen zur Verantwortung zieht, wird uns nicht weiterbringen. Innerhalb einer profit- und expansionsgesteuerten Logik ist es die Regel, kurzfristig zu denken und ökologische Gesetzmäßigkeiten außer Acht zu lassen. Rohstoffquellen werden überlastet und Ökosysteme zerstört – immer im Konflikt mit den Interessen der Bevölkerung. Profitinteressen müssen hintenangestellt und die Bedürfnisse der Menschen sowie Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Die fossile Energiewirtschaft und landwirtschaftliche Großbetriebe müssen zur Verantwortung gezogen werden.

So wie die Umwelt als Ganzes nur Mittel zum Zweck für ein profitorientiertes System ist, sind auch Tiere nicht mehr als das. Tierrechte werden von Unternehmen in der Forschung oder der Lebensmittelproduktion mit Füßen getreten. Wir fordern die Anerkennung des Tieres als leidfähiges Lebewesen und daraus resultierend, Tiere allgemein aus ihrer Rolle als Rohstoff zu befreien.

Ein profitorientiertes Wirtschaftssystem basiert zwangsläufig auf Ausbeutung. Menschen, Tiere und Umwelt sind in so einem System lediglich Mittel zum Zweck und deren Wohl kein Wert an sich. Wir brauchen eine ökologisch verantwortungsvolle Wirtschaft, die die Zerstörung der Umwelt aufhält und nachhaltigen Konsum für die breite Masse möglich macht.

Frieden

Kriege und militärische Konflikte stehen niemals im Interesse der Völker und werden nur für wirtschaftliche, politische und geostrategische Interessen geführt. Dazu gehören die Gewinnung neuer Absatz- und Investitionsmärkte, sowie die Sicherung von Ressourcen. So wie die deutsche Regierung, die mit der Entsendung der Bundeswehr in viele Teile der Welt versucht, ihre Interessen international durchzusetzen. Das alles, obwohl sich zwei Drittel der Menschen in Deutschland in Umfragen gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und gegen den Export von Rüstungsgütern geäußert haben.

Ebenso verhält es sich mit der Aufrüstung. Während das Budget der Bundeswehr steigt, fehlt es am Nötigsten, zum Beispiel im Gesundheits- und Bildungssystem. Zugleich werden deutsche Waffen in die ganze Welt exportiert und richten überall Tod und Zerstörung an. Im Allgemeinen steigen auch international die Militärausgaben, was die Gefahr eines Krieges immer konkreter macht.

Mit offensiver Werbung der Bundeswehr wird die Arbeits- und Perspektivlosigkeit in der Jugend genutzt, um neue Soldat:innen zu rekrutieren. Dafür tritt die Bundeswehr im öffentlichen Raum auf. In ihrer Propaganda stellt sich die Bundeswehr als Beschützerin der Nation und attraktive Perspektive dar.

In den Medien wird ständige Kriegspropaganda betrieben. Damit wird versucht, die Feindschaft zwischen den Völkern zu schüren und sie gegeneinander aufzuhetzen. Wir wissen aber: die Linie verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten! Internationale Solidarität ist unsere Waffe gegen Krieg und Militarisierung – denn diese sind nie in unserem Interesse. Gegen Waffenexporte, Aufrüstung und deutsche Kriegsbeteiligung – für die Einheit aller ausgebeuteten Völker dieser Erde, die jede nationale Grenze überwindet.

Unsere Arbeit

Wir wollen eine Anlaufstelle für alle Jugendlichen sein, die mit uns für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen kämpfen wollen – unabhängig von Geschlechtsidentität oder Sexualität, Hintergrund oder Herkunft. Alle sind willkommen, sich uns in unserer Arbeit für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und gegen Krieg, Faschismus und Rassismus, anzuschließen. Anstatt zu versuchen, den Problemen allein standzuhalten, möchten wir uns gegenseitig den Rücken stärken. Wir möchten uns organisieren, um gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft einzustehen.

In der aktuellen Medienlandschaft halten wir soziale Medien für ein wichtiges Werkzeug, um besonders die Jugend zu erreichen. Ein noch wichtigerer Bestandteil unserer Arbeit, der den Austausch untereinander sowie die Vermittlung unserer Positionen nach außen ermöglicht, ist unsere zweimonatlich erscheinende Zeitschrift, die Lautschrift. Wir bilden uns weiter, indem wir Artikel schreiben und diskutieren. In der Lautschrift finden sich unsere Positionen und Standpunkte ausformuliert und verständlich erklärt – denn unabhängiger Journalismus aus der Perspektive der Jugend ist wichtig und nötig!

Wir streben Arbeit im Stadtteil, in den Betrieben und Berufsschulen sowie in den Universitäten an – um dort aktiv zu sein, wo sich unser tägliches Leben abspielt!
Für uns ist das Verstehen der gesellschaftlichen Umstände, die uns unterdrücken, grundlegend, um effektiv gegen sie anzukämpfen. Darum ist Bildungsarbeit ein wichtiger Bestandteil unserer Tätigkeit – denn Aufklärung ist das wichtigste Werkzeug zur Befreiung!

Durch Austausch und Diskussion zu gemeinsamen Positionen zu kommen, ist das Fundament unserer Arbeit. Wir arbeiten zusammen, weil wir unsere Probleme nur zusammen bekämpfen können. Bei uns gibt es keine Fraktionen – wir kämpfen alle für dasselbe Ziel. Um für unsere Forderungen einzustehen, beteiligen wir uns an und organisieren selbst soziale Kämpfe, Proteste und Aktionen. Wir organisieren Demonstrationen, Kundgebungen, Aktionen, Bildungsabende sowie kulturelle Veranstaltungen.

Unsere Arbeit findet in einem organisierten Rahmen statt. Die verschiedenen Aufgaben werden auf Arbeitsgruppen verteilt und von einem gewählten Vorstand koordiniert. Ein Zusammentragen der Erfahrungen und Perspektiven ist Inhalt regelmäßig stattfindender Mitgliederversammlungen.

Schließ dich uns an!

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The Tent must stay!

Am Mittwoch Nachmittag, den 13.05.2020, fand auf dem Hachmannplatz am Hamburger Hauptbahnhof eine von Lampedusa in Hamburg organisierte Kundgebung unter dem Motto The Tent Must Stay statt. Bis zu 40 Leute solidarisierten sich auf dem Hachmannplatz mit dem aus hunderten von afrikanischen Geflüchteten bestehenden und 2013 gegründeten Protestbündnis. Auch die Seebrücke und Solidarische Stadt Hamburg nahmen an der Kundgebung teil. Das berühmte Lampedusa-Zelt am U1-Steindamm-Ausgang wurde bereits am 26.03.2020 von den Behörden abgerissen und die Geflüchteten obdachlos zurückgelassen. (Wir verweisen an dieser Stelle auf den Artikel #OPENTHEHOTELS in der 3/2020-Ausgabe der Lautschrift) Alle RednerInnen verwendeten auf der Kundgebung Englisch als Sprache.

Eine Sprecherin des Refugee Council beschrieb die verheerende Situation der Geflüchteten vor den europäischen Küsten und in den Camps. Die Öffnung aller europäischen Grenzen und die Evakuierung der unter anderem in Moria festsitzenden Geflüchteten wurde gefordert. Die Teilnehmenden skandierten des Weiteren mit Rufen wie “We are here, we will fight, freedom of movement is everybody’s right!” und “Say it clear, refugees are welcome here!”. Ein Sprecher von Lampedusa in Hamburg kritisierte in einer knapp 30 minütigen Rede wütend das Vorgehen der Behörden. Seit 7 Jahren werden die aus Lampedusa Geflüchteten kriminalisiert und ihnen der Zugang zu Wohnraum verwehrt. “Nicht wir sind die Kriminellen, sondern die Polizei, die SPD und die Grünen.” Denn der rot-grüne Senat ist weiterhin nicht an einer Entkriminalisierung der Betroffenen interessiert. Die Rede endete mit dem Hoffnungsruf “Solidarity will win!”.

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#NichtAufUnseremRücken!

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DER ZWEITE ANSCHLAG

Ein paar Fotos von unserem Kinoabend am 18.12.2020. Danke an das 3001 Kino und Ibrahim Arslan!