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Aktuelles Veranstaltungen

Unsere Azubibroschüre ist da!

Eine Ausbildung, macht man das heute noch? Meist drei Jahre lang das unterste Glied in der Nahrungskette sein und das bei lächerlicher Bezahlung und Vollzeit. Die spätere, berufliche Perspektive meist blind in die Hände des Ausbildungsbetriebes legen und das bei ungewisser Übernahme und oft auch schlechten Weiterbildungsmöglichkeiten. All das ist tatsächlicher Alltag von uns Auszubildenden. Dass eine Ausbildung unter diesen Umständen nur selten die erste Wahl ist, zeigt sich auch daran, dass es in Deutschland seit etwa fünf Jahren doppelt so viele Studierende wie Auszubildende gibt. Hinzu kommt, dass wir Berufsschüler:innen durch die Unterfinanzierung der Berufsschulen beim Lernen alleingelassen werden. Wer also weder von Haus aus gute Startbedingungen oder eine:n gönnerhafte:n Chef:in, noch eine ausreichend hohe Ausbildungsvergütung bekommt, der:die sieht sich ungeheuren Hürden gegenüber. Und selbst die, die unter guten Bedingungen eine Ausbildung machen, sind nicht vor den Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise sicher. Durch die Krise sind Übernahmen noch unsicherer geworden, als sie es vorher schon waren. Viele Ausbildungen, vor allem in kleinen und mittelständischen Betrieben, aber auch in großen Firmen, sind nicht mehr sicher. Wir Auszubildenden stehen vor einer ungewissen Zukunft und etwaige Kurzarbeit bedroht das eigenständige Wohnen derer, die vorher die seltene Möglichkeit dazu hatten. Die Krise verschärft besonders die Situation der Menschen, die ohnehin für jeden Euro hart arbeiten müssen und zu denen auch wir Auszubildenden gehören.

Komm zu unserem Treffen der Azubiplattform, am 18.12. um 19:00. Alle weiteren Informationen sind im WhatsApp Infochannel zu finden: https://chat.whatsapp.com/F3kZBdn5cT20UaJlOh6vYq

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Aktuelles

Aufruf: “Hamburg hat ein Polizeiproblem”

Hamburg hat ein Polizeiproblem. Am 17. und 20.6.2020 wurden von Hamburger Polizeicomputern die persönlichen Daten einer* polizeikritischen Autorin* abgefragt. Diese und ähnliche Datenabfragen durch Polizist*innen in Hessen und Berlin liefern die Adressen, um die Morddrohungen des sog. „NSU 2.0“ zustellen zu können. Doch anstatt die unmittelbare, potentiell tödliche Gefahr von rechts ernst zu nehmen und sofort umfassend zu ermitteln, wiegeln Hamburger Polizei und Innensenator ab: Das Verfahren werde in Hessen geführt, so lange warte man erst mal ab.

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Aktuelles Selbstverständnis

SELBSTVERSTÄNDNIS

Wer sind wir?

Der Internationale Jugendverein möchte für all die jungen Menschen eine Perspektive schaffen, die in einer Welt ohne gesellschaftliche, politische und ökonomische Unterdrückung und Ausbeutung leben wollen.
Wir sehen eine Arbeitswelt, die unsere Zukunft nicht sichert. Wir sehen eine Stadt, die für uns keinen Platz mehr hat. Wir sehen eine wachsende Bedrohung durch rechte Kräfte, die vor keinem von uns Halt macht, sei es aufgrund von Herkunft, Sexualität, Geschlecht oder politischer Gesinnung. Wir sehen eine Gesellschaft, die auf der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unterdrückung der Frau basiert. Wir sehen, dass die Erde, auf der wir leben, durch die profitgesteuerte Wirtschaft an ihre Grenzen kommt. Wir sehen überall auf der Welt Kriege um Absatzmärkte und politischen Einfluss.

All diese Widersprüche sind kein Zufall, denn wir leben in einer Klassengesellschaft, in der Banken und Konzerne für Ausbeutung und Spaltung der breiten Massen verantwortlich sind. Deshalb können unsere Probleme nicht durch einige Korrekturen aus der Welt geschaffen werden. Das steht aber keineswegs in Widerspruch dazu, dass wir für konkrete Verbesserungen kämpfen. Seit einigen Jahren beobachten wir ein Anwachsen der Jugendbewegung. Wir nehmen nicht nur an Aktionen und Protesten teil, sondern initiieren sie auch. Bei uns Jugendlichen werden auch Tendenzen erkennbar, die vom Kampf gegen einzelne Misstände übergehen zu einer Gesamtkritik der Klassengesellschaft. Dieser Prozess stärkt auch die Eigendynamik und die Bereitschaft sich zu organisieren.

Auch wenn die herrschende Politik mit allen Mitteln die Entpolitisierung, Isolierung und Spaltung vorantreibt, erkennt ein beachtlicher Teil der Jugend, dass eine bessere Zukunft nur im gemeinsamen Kampf zu erreichen ist. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Solidarität und das Bewusstsein für einen gemeinsamen Kampf wachzuhalten. Wir wissen, dass das politische Handeln ein organisiertes und kollektives Handeln ist.

Wir sind solidarisch mit all denen, die in dieser Gesellschaft von unten kämpfen müssen. Wir möchten durch solch ein solidarisches Miteinander eine Idee davon erarbeiten, wie ein Leben frei von Ausbeutung und Spaltung aussehen könnte.

Bildung & Arbeit

In Schule, Studium und Ausbildung werden wir Jugendliche in erster Linie auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Die starren Inhalte lassen keinen Raum für Entfaltung und eigene Interessen. Die Unterfinanzierung führt zu ungleichen Bedingungen und viele von uns fallen durch das Raster. Ausbildungsorte dürfen keine Lernfabrik sein, aus der wir als Produkte für den Arbeitsmarkt ausgespuckt werden – wir brauchen ein Bildungssystem, indem wir im Mittelpunkt stehen und nicht unsere potentielle Arbeitskraft.

Die Hochschulen sind, statt ein Ort der Bildung und Forschung zu sein, zu einem Ort voller Leistungsdruck, Konkurrenzkampf und Angst um berufliche Perspektive geworden. Neben all diesen Problemen können viele Studierende ihren Lebensunterhalt nur schwer aufbringen.

In der Berufsausbildung sieht es nicht besser aus: die Vergütung reicht nur in wenigen Fällen aus, um in einer Großstadt wirklich davon leben zu können, und kommt nicht ansatzweise an den Mindestlohn heran. Auszubildende werden häufig wie billige Arbeitskräfte behandelt, die übermäßig lange und hart arbeiten müssen. Doch selbst mit abgeschlossener Ausbildung herrscht keine Übernahmegarantie und viele Auszubildende müssen sich Sorgen um ihre Zukunft machen.

Ob in der Ausbildung oder nicht – Jugendliche arbeiten oft im Niedriglohnsektor, in dem wir verschärft von Ausbeutung betroffen sind. In der Krise sind wir diejenigen, die als erstes entlassen werden – und den Rest der Zeit sind wir diejenigen, die den Betrieb mit unbezahlten Praktika bereichern.
All diese Probleme lasten auf dem Rücken der jungen Menschen, die diese Gesellschaft mittragen und in Zukunft tragen werden.

Stadt & Kultur

Durch steigende Mietpreise wird es für uns junge Menschen immer schwieriger, in der Stadt zu leben. Wohnraum ist zu einem Markt geworden, der nicht auf bedürfnisorientierte Nutzung, sondern Profit ausgelegt ist. Uns trifft dies besonders hart, da wir oft kein hohes oder geregeltes Einkommen haben und deshalb stark von dem Anstieg der Mieten betroffen sind. Uns werden hierdurch ein eigenständiges Leben und die Möglichkeit, die gewünschte Ausbildung wahrzunehmen, oft verwehrt. Wir brauchen mehr und günstigeren Wohnraum.

Das Wachsen der Städte schafft ebenfalls eine Notwendigkeit für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, der Menschen verlässlich zum Ziel bringt – und zwar kostenlos!
Die Jugend ist eine Zeit für Interessensausbildung, Selbstfindung und Kreativität. Um dies zu verwirklichen, sind kostenlose und leicht zugängliche Angebote notwendig.
Kultureller Austausch und die Bewegung außerhalb von Arbeit und Schule stärken das Gemeinschaftsgefühl und wirken Spaltung und Perspektivlosigkeit entgegen. Dafür brauchen wir vielfältige Möglichkeiten: Jugendzentren, öffentliche Räume, Musik- und Theaterangebote, Sportvereine sowie politische Bildungsangebote. Das Recht auf Selbstverwirklichung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

Antifaschismus

Rassismus ist ein strukturelles Problem in unserer Gesellschaft – es äußert sich z.B. in Form von Alltagsrassismus, rassistischer Polizeigewalt und rechtem Terror. Der Nationalsozialismus hat uns gezeigt, was passiert, wenn der Faschismus siegt. Wir haben gesehen, dass Krieg und Faschismus niemals im Interesse der Menschen sein können. Gleichzeitig hat eine tatsächliche Entnazifizierung in Deutschland nie stattgefunden, weder personell noch strukturell.

Rechtes Gedankengut manipuliert, indem es Menschen durch Angstmache und Hetze spaltet. Unternehmer:innen nutzen dies, um zum Beispiel Kämpfe für bessere Arbeitsbedingungen zu zerschlagen. Die Regierung nutzt dies, um eine menschenfeindliche Geflüchtetenpolitik durchzusetzen und das Gefühl einer nationalen Einheit zu schaffen. Medien nutzen dies, um Profit aus Sensationsschlagzeilen zu schlagen und reproduzieren diese Stereotype. Rechte Parteien und Organisationen nutzen Feindbilder, um Unterstützer:innen für ihre reaktionäre Politik zu gewinnen. Diejenigen, die von unserer Spaltung profitieren, werden diese befeuern – und das dürfen wir nicht zulassen.
Das durch einen starken Rechtsruck bestimmte politische Klima trägt dazu bei, dass es vermehrt zu rassistischen Anschlägen und Morden kommt. Deutschlandweit bestehen gewaltbereite, organisierte Strukturen. Im Falle des NSU haben wir gesehen, dass der Verfassungsschutz diese Organisationen finanziert und schützt – deshalb fordern wir die Auflösung des Verfassungsschutzes!

Doch nicht allein die faschistischen Organisationen verbreiten Spaltung – auch die soziale Realität von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland muss sich verändern. Das strukturelle Problem der Armut und Ausgrenzung muss behoben werden, indem Migrant:innen und Menschen mit Migrationshintergrund aus ihrer sich immer wieder selbst reproduzierenden sozialen und ökonomischen Realität befreit werden. Der Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung kann nur gemeinsam geführt werden! Solidarität bleibt unsere stärkste Waffe! Lasst uns zusammenstehen gegen Ausbeutung und Faschismus!

Geschlechterbefreiung

Wir sehen deutlich, dass Frauen in unserer Gesellschaft immer noch mit spezifischen Problemen zu kämpfen haben und noch mehr unter dem ausbeutenden System leiden, als Männer. Die zunehmende Teilnahme der Frauen am Arbeitsleben hat sie nicht vor der übermäßigen und oft unbemerkten Arbeit im Haushalt geschont. Doch auch die Lohnarbeit der Frau wird geringer bezahlt und findet häufiger unter schlechteren Bedingungen statt. Wir brauchen Strukturen, die Frauen von dieser Belastung befreien – die die Erziehung der Kinder sowie den Haushalt zur gesellschaftlichen Aufgabe machen und jeder Frau ermöglichen, selbstständig und gleichberechtigt zu leben. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Viel zu lange bestehende Machtstrukturen und das daraus resultierende Bewusstsein stehen in direktem Verhältnis zu sexistischen und auch gewalttätigen Handlungen gegenüber Frauen. Femizide, also spezifische Morde an Frauen, bringen diese Verhältnisse auf die brutalste Art und Weise zum Ausdruck. Besonders Personen, die nicht in das altbekannte Geschlechterbild passen, sind häufig Opfer von sexualisierter Gewalt. In Medien und Werbung wird die Degradierung und Entmenschlichung der Frau deutlich. Die dort reproduzierten sexistischen Bilder gehen in das gesellschaftliche Bewusstsein ein. Dagegen müssen wir ankämpfen!

Doch es reicht nicht aus, nur gegen die Bilder in den Köpfen der Menschen zu kämpfen – solange Frauen in dieser Gesellschaft materiell unterdrückt werden, wird auch der Sexismus in den Köpfen der Menschen nicht verschwinden. Die Befreiung der Frau ist nur im Kampf gegen ausbeutende Strukturen und als Teil des sozialen Kampfes möglich!

Das traditionelle und unterdrückende Familienbild bestärkt die Geschlechterrolle der Frau, es schließt aber auch jegliche queere Sexualität und Geschlechtsidentität aus. Hieraus entspringt eine gesellschaftliche sowie politische Ausgrenzung von queeren Menschen – wir müssen uns geschlossen gegen jegliche Unterdrückung aufgrund von Geschlechtsidentität oder biologischem Geschlecht, sowie sexueller Orientierung stellen!

Umwelt

Wir erkennen den fortwährenden Zerfall unserer Umwelt, der sich durch das Schrumpfen von Lebensräumen, extremeres Klima und unfruchtbare Böden äußert. Zukunftsgerichtet kann uns ein weiterer Umgang dieser Art mit der Umwelt keine Perspektive geben.

Doch eine reine Konsumkritik, die nur die Verbraucher:innen zur Verantwortung zieht, wird uns nicht weiterbringen. Innerhalb einer profit- und expansionsgesteuerten Logik ist es die Regel, kurzfristig zu denken und ökologische Gesetzmäßigkeiten außer Acht zu lassen. Rohstoffquellen werden überlastet und Ökosysteme zerstört – immer im Konflikt mit den Interessen der Bevölkerung. Profitinteressen müssen hintenangestellt und die Bedürfnisse der Menschen sowie Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Die fossile Energiewirtschaft und landwirtschaftliche Großbetriebe müssen zur Verantwortung gezogen werden.

So wie die Umwelt als Ganzes nur Mittel zum Zweck für ein profitorientiertes System ist, sind auch Tiere nicht mehr als das. Tierrechte werden von Unternehmen in der Forschung oder der Lebensmittelproduktion mit Füßen getreten. Wir fordern die Anerkennung des Tieres als leidfähiges Lebewesen und daraus resultierend, Tiere allgemein aus ihrer Rolle als Rohstoff zu befreien.

Ein profitorientiertes Wirtschaftssystem basiert zwangsläufig auf Ausbeutung. Menschen, Tiere und Umwelt sind in so einem System lediglich Mittel zum Zweck und deren Wohl kein Wert an sich. Wir brauchen eine ökologisch verantwortungsvolle Wirtschaft, die die Zerstörung der Umwelt aufhält und nachhaltigen Konsum für die breite Masse möglich macht.

Frieden

Kriege und militärische Konflikte stehen niemals im Interesse der Völker und werden nur für wirtschaftliche, politische und geostrategische Interessen geführt. Dazu gehören die Gewinnung neuer Absatz- und Investitionsmärkte, sowie die Sicherung von Ressourcen. So wie die deutsche Regierung, die mit der Entsendung der Bundeswehr in viele Teile der Welt versucht, ihre Interessen international durchzusetzen. Das alles, obwohl sich zwei Drittel der Menschen in Deutschland in Umfragen gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und gegen den Export von Rüstungsgütern geäußert haben.

Ebenso verhält es sich mit der Aufrüstung. Während das Budget der Bundeswehr steigt, fehlt es am Nötigsten, zum Beispiel im Gesundheits- und Bildungssystem. Zugleich werden deutsche Waffen in die ganze Welt exportiert und richten überall Tod und Zerstörung an. Im Allgemeinen steigen auch international die Militärausgaben, was die Gefahr eines Krieges immer konkreter macht.

Mit offensiver Werbung der Bundeswehr wird die Arbeits- und Perspektivlosigkeit in der Jugend genutzt, um neue Soldat:innen zu rekrutieren. Dafür tritt die Bundeswehr im öffentlichen Raum auf. In ihrer Propaganda stellt sich die Bundeswehr als Beschützerin der Nation und attraktive Perspektive dar.

In den Medien wird ständige Kriegspropaganda betrieben. Damit wird versucht, die Feindschaft zwischen den Völkern zu schüren und sie gegeneinander aufzuhetzen. Wir wissen aber: die Linie verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten! Internationale Solidarität ist unsere Waffe gegen Krieg und Militarisierung – denn diese sind nie in unserem Interesse. Gegen Waffenexporte, Aufrüstung und deutsche Kriegsbeteiligung – für die Einheit aller ausgebeuteten Völker dieser Erde, die jede nationale Grenze überwindet.

Unsere Arbeit

Wir wollen eine Anlaufstelle für alle Jugendlichen sein, die mit uns für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen kämpfen wollen – unabhängig von Geschlechtsidentität oder Sexualität, Hintergrund oder Herkunft. Alle sind willkommen, sich uns in unserer Arbeit für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und gegen Krieg, Faschismus und Rassismus, anzuschließen. Anstatt zu versuchen, den Problemen allein standzuhalten, möchten wir uns gegenseitig den Rücken stärken. Wir möchten uns organisieren, um gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft einzustehen.

In der aktuellen Medienlandschaft halten wir soziale Medien für ein wichtiges Werkzeug, um besonders die Jugend zu erreichen. Ein noch wichtigerer Bestandteil unserer Arbeit, der den Austausch untereinander sowie die Vermittlung unserer Positionen nach außen ermöglicht, ist unsere zweimonatlich erscheinende Zeitschrift, die Lautschrift. Wir bilden uns weiter, indem wir Artikel schreiben und diskutieren. In der Lautschrift finden sich unsere Positionen und Standpunkte ausformuliert und verständlich erklärt – denn unabhängiger Journalismus aus der Perspektive der Jugend ist wichtig und nötig!

Wir streben Arbeit im Stadtteil, in den Betrieben und Berufsschulen sowie in den Universitäten an – um dort aktiv zu sein, wo sich unser tägliches Leben abspielt!
Für uns ist das Verstehen der gesellschaftlichen Umstände, die uns unterdrücken, grundlegend, um effektiv gegen sie anzukämpfen. Darum ist Bildungsarbeit ein wichtiger Bestandteil unserer Tätigkeit – denn Aufklärung ist das wichtigste Werkzeug zur Befreiung!

Durch Austausch und Diskussion zu gemeinsamen Positionen zu kommen, ist das Fundament unserer Arbeit. Wir arbeiten zusammen, weil wir unsere Probleme nur zusammen bekämpfen können. Bei uns gibt es keine Fraktionen – wir kämpfen alle für dasselbe Ziel. Um für unsere Forderungen einzustehen, beteiligen wir uns an und organisieren selbst soziale Kämpfe, Proteste und Aktionen. Wir organisieren Demonstrationen, Kundgebungen, Aktionen, Bildungsabende sowie kulturelle Veranstaltungen.

Unsere Arbeit findet in einem organisierten Rahmen statt. Die verschiedenen Aufgaben werden auf Arbeitsgruppen verteilt und von einem gewählten Vorstand koordiniert. Ein Zusammentragen der Erfahrungen und Perspektiven ist Inhalt regelmäßig stattfindender Mitgliederversammlungen.

Schließ dich uns an!

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The Tent must stay!

Am Mittwoch Nachmittag, den 13.05.2020, fand auf dem Hachmannplatz am Hamburger Hauptbahnhof eine von Lampedusa in Hamburg organisierte Kundgebung unter dem Motto The Tent Must Stay statt. Bis zu 40 Leute solidarisierten sich auf dem Hachmannplatz mit dem aus hunderten von afrikanischen Geflüchteten bestehenden und 2013 gegründeten Protestbündnis. Auch die Seebrücke und Solidarische Stadt Hamburg nahmen an der Kundgebung teil. Das berühmte Lampedusa-Zelt am U1-Steindamm-Ausgang wurde bereits am 26.03.2020 von den Behörden abgerissen und die Geflüchteten obdachlos zurückgelassen. (Wir verweisen an dieser Stelle auf den Artikel #OPENTHEHOTELS in der 3/2020-Ausgabe der Lautschrift) Alle RednerInnen verwendeten auf der Kundgebung Englisch als Sprache.

Eine Sprecherin des Refugee Council beschrieb die verheerende Situation der Geflüchteten vor den europäischen Küsten und in den Camps. Die Öffnung aller europäischen Grenzen und die Evakuierung der unter anderem in Moria festsitzenden Geflüchteten wurde gefordert. Die Teilnehmenden skandierten des Weiteren mit Rufen wie “We are here, we will fight, freedom of movement is everybody’s right!” und “Say it clear, refugees are welcome here!”. Ein Sprecher von Lampedusa in Hamburg kritisierte in einer knapp 30 minütigen Rede wütend das Vorgehen der Behörden. Seit 7 Jahren werden die aus Lampedusa Geflüchteten kriminalisiert und ihnen der Zugang zu Wohnraum verwehrt. “Nicht wir sind die Kriminellen, sondern die Polizei, die SPD und die Grünen.” Denn der rot-grüne Senat ist weiterhin nicht an einer Entkriminalisierung der Betroffenen interessiert. Die Rede endete mit dem Hoffnungsruf “Solidarity will win!”.

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#NichtAufUnseremRücken!

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DER ZWEITE ANSCHLAG

Ein paar Fotos von unserem Kinoabend am 18.12.2020. Danke an das 3001 Kino und Ibrahim Arslan!

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8. März in Hamburg

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Clara Zetkin

„Die Frage der vollen Emanzipation der Frau erweist sich also in letzter und entscheidender Instanz als eine ökonomische Frage, die im innigsten Zusammenhang mit der Arbeiterfrage überhaupt steht und nur ihm Zusammenhang mit ihr endgültig gelöst werden kann.“

Clara Zetkin (1857-1933)

Clara Zetkin, geboren Eißner, wird am 5. Juli 1857 in Wiederau geboren. Ihre Eltern sind politisch interessiert, besonders ihre Mutter unterhält enge Kontakte zur bürgerlichen Frauenbewegung. Clara Zetkin lässt sich zur Volksschullehrerin ausbilden und lernt 1874 zum ersten Mal die Frauen- und Arbeiterbewegung kennen. Überzeugt tritt sie der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands bei, die jedoch aufgrund der Sozialistengesetze nur sehr beschränkt arbeiten kann und schlimmer Repression unterworfen ist.

Sie flieht ins Exil nach Paris, wo sie den Internationalen Arbeiterkongress vorbereitet. Zu diesem Zeitpunkt noch Clara Eißner trifft den russischen Revolutionär Ossip Zetkin, mit dem sie zwei Söhne bekommt. Ohne jemals zu heiraten nimmt sie seinen Namen an. Die beiden bereiten sich gemeinsam auf den Kongress vor, Ossip stirbt jedoch kurz zuvor an Tuberkulose.

Der Internationale Arbeiterkongress ist ein voller Erfolg, es gründet sich die Sozialistische Internationale, woran Zetkin bedeutenden Anteil hat. Sie hält auch einen Vortrag zur Lage der Frauen, in dem sie Forderungen der bürgerlichen Frauenbewegung kritisiert. Ab 1892 gibt sie die Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“ heraus und fokussiert sich auch in der Partei auf Frauenarbeit. Ab 1907 leitet sie das Frauensekreteriat in der SPD, lernt beim Internationalen Sozialistenkongress Lenin kennen, der ein enger Freund von ihr bleiben wird, und wird Internationale Sekretärin der neu gegründeten Sozialistischen Fraueninternationale. Auf deren zweiter Konferenz wird der 8. März als Frauenkampftag beschlossen.

Innerhalb der SPD gehört Zetkin wie auch Rosa Luxemburg zum linken Flügel. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges lehnt sie die Bewilligung der Kriegskredite durch ihre Partei streng ab, gehört damit aber zu einer Minderheit. Entgegen eines Beschlusses der Sozialistischen Internationale stimmt die SPD-Fraktion 1914 für die Kriegskredite, woraufhin sich die „Gruppe Internationale“ als Opposition in der Partei gründet. Zetkin wird 1916 Mitglied dieser Gruppe, die später zum Spartakusbund werden sollte. Sie organisiert außerdem die Internationale Konferenz sozialistischer Frauen gegen den Krieg 1915 und schreibt Texte und Flugblätter. Sie wird mehrfach inhaftiert. Nach der Novemberrevolution in Deutschland schließt sie sich der Neugründung der KPD an, die sie von 1920 bis 1933 im Reichstag vertrat. Ab 1925 war sie Vorsitzende der Roten Hilfe Deutschland, mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus ist Zetkin eine der entschiedensten Gegnerinnen und Bekämpferinnen des Faschismus. 1933 muss sie in Exil in die Sowjetunion, wo sie 1933 stirbt und an der Kremlmauer beerdigt wird.

Clara Zetkin war die bedeutendste Vertreterin des proletarischen Feminismus und eine wichtige Kriegsgegnerin, Antifaschistin und Kommunistin in Deutschland. Als eine große Figur der internationalen Arbeiterbewegung, in welcher sie in den prägendsten Jahren Einfluss nahm und wirkte, begründete sie den 8. März als Frauenkampftag mit. Da der Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung noch lange nicht gewonnen ist müssen wir sie beim Wort nehmen und am 8. März auf die Straße gehen. Wir kämpfen bis wir frei sind!

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Simone De Beauvoir

„Wenn man uns sagt: ‚Immer schön Frau bleiben, überlasst uns nur all diese lästigen Sachen wie Macht, Ehre, Karrieren, seid zufrieden, dass ihr so seid: erdverbunden, befasst mit den menschlichen Aufgaben…‘ Wenn man uns das sagt, sollten wir auf der Hut sein!“

Simone De Beauvoir (1908-1986)

Simone de Beauvoir wird am 9. Januar 1908 in Paris geboren und besucht zunächst die katholische Mädchenschule. Sie ist eine gute Schülerin und lebt in einer wohlhabenden Familie, die jedoch mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges verarmt. Schon früh versucht sie sich auch von den religiösen Vorstellungen ihrer Familie zu distanzieren und fokussiert sich insbesondere auf das Studium der Philosophie. Sie möchte Gymnasialprofessorin werden und fängt an, sich in den intellektuellen Kreisen in Paris zu bewegen wo sie auch Jean-Paul Sartre trifft, der ihr lebenslanger Weggefährte bleiben wird. Sie wird Philosophielehrerin in Marseille und Sartre, der 800 Kilometer entfernt lebt, bietet ihr die Heirat an, da Ehepaare ein Recht darauf haben, nah beieinander zu leben. Sie schlägt dieses Angebot aus mit der Begründung, die Ehe sei eine “beschränkende Verbürgerlichung und institutionalisierte Einmischung des Staates in Privatangelegenheiten“.

Während der Zeit der deutschen Besatzung von 1940 bis 1944 bleibt sie in Paris und trifft unter anderem Pablo Picasso und Albert Camus. 1943 wird sie aus dem Schuldienst entlassen, weil sie die Beziehung einer Schülerin zu einem spanischen Juden verteidigt. Sie beginnt als Autorin tätig zu sein und veröffentlicht Romane uns Essays. In der Zeitschrift „Les Temps Modernes“ veröffentlicht sie ihre Schriften und ist auch als Mitarbeiterin tätig. Mit Sartre bereist sie viele Länder und veröffentlicht 1949 ihr bekanntestes Werk, „Das andere Geschlecht“, das als „Bibel der neuen Frauenbewegung“, also der zweiten Welle des Feminismus gilt. Aus diesem Buch stammt auch der berühmte Satz „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ Sie vertritt die These, dass die Unterdrückung der Frau nicht biologisch, sondern gesellschaftlich bedingt sei. Sie studiert die Rolle der Frau in der Gesellschaft zu unterschiedlichen Zeiten und stellt die neuartige These auf, dass das Frau-Sein genau wie das Mann-Sein ein gesellschaftliches Konstrukt sei, welches einem von Kindesalter mehr beigebracht und aufgedrängt werde als dass es vom Individuum selbst ausgehe.

Zu dieser Zeit ist Simone de Beauvoir zwar schon länger in politischen Kreisen aktiv, bezeichnet sich jedoch nicht als Feministin oder Philosophin. „Das andere Geschlecht“ erlebt einen riesigen Erfolg, sie reist in die USA, aber auch nach China, Kuba, in die Sowjetunion und durch ganz Europa. Sie ist entschiedene Gegnerin des Algerien-Krieges und wird aufgrund ihrer öffentlichen Äußerungen und Schriften dazu teilweise bedroht. Im Jahr 1986 stirbt sie und wird neben Jean Paul Sartre in Paris begraben.

Simone de Beauvoir war eine der wichtigsten Theoretikerinnen der zweiten Welle der Frauenbewegung. Ihre Werke gelten als Grundstein für die „Gender Studies“ und Beauvoir wurde später in ihrem Leben Präsidentin der „Liga für Frauenrechte“ in Frankreich. Da der Kampf für die Gleichheit der Geschlechter noch immer nicht gewonnen ist würde auch sie uns auffordern, unsere Forderungen am 8. März auf die Straße zu tragen!

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Angela Davis

When children attend schools that place a greater value on discipline and security than on knowledge and intellectual development, they are attending prep schools for prison.

Angela Davis (*1944)

Geboren wird Angela Davis am 26. Januar 1944 in Burmingham, Alabama. Ihr Vorort wird aufgrund von beinahe regelmäßigen Bomben Anschlägen durch den Ku Klux Klan Dynamite Hill genannt. Schon in ihrer Kindheit und Jugend nimmt sie aufgrund ihrer politisch engagierten Mutter an Bürgerrechtsveranstaltungen und -demonstrationen teil.

Als sie dann 1956 anfängt zu studieren wird sie Teil vom marxistisch orientierten Gruppen und studiert von 1963 bis 1970 in New York, Paris, Frankfurt, Berlin und San Diego, wo sie sich der Black Panther Party anschließt und Teil der Che-Lumumba-Clubs, einer schwarzen Fraktion der Kommunistischen Partei in Los Angeles, wird. Während ihres politischen Engagements ist sie auch akademisch sehr erfolgreich, ihre Anstellung an der Uni wird ihr jedoch aus politischen Gründen zuerst verwehrt und erst aufgrund studentischer Proteste möglich. Aufgrund ihres Engagements für die „Soledad-Brothers“, einer Gruppe von Gefangenen im Soledad-Gefängnis, für die Angela Davis sich entsetzt, und Mitgliedschaft der Kommunistischen Partei der USA wird jedoch ihr Vertrag auch nicht verlängert. Sie setzt sich stark gegen das Justizsystem und den Gefängnisindustriekomplex in den USA ein, wo sie auch zu Unterdrückung aufgrund von „race, class and gender“ forscht. Die extreme Ungerechtigkeit dieses Systems veranlasst sie dazu, sich auch mit Gefangenen direkt in Kontakt zu setzen und für sie einzustehen.

1970 wird sie wegen Verdacht auf Beihilfe zum Mord angeklagt, da ein Gefangener bei einem Fluchtversuch mit einer von ihr gekauften Waffe mehrere Menschen erschießt, und flieht zunächst. Sie wird für einige Wochen vom FBI als eine der zehn „most-wanted-fugitieves“ gesucht und gefunden. Als Beihilfen zum Terrorismus droht ihr die Todesstrafe, was eine internationale Solidaritätswelle hervorruft. Nach zwei Jahren wird sie freigesprochen und reist anschließend durch die USA, um weiter über Bürgerrechte, Gefängnisreform und soziale Gerechtigkeit zu sprechen.

Ihre Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei bleibt eine Schwierigkeit für ihre berufliche Laufbahn, ihre Kandidatur als Vizepräsidentin der USA bringen ihr und der Partei jedoch große Bekanntheit ein. 1992 wird sie Professorin für „History of Consciousness“ an der University of California, an der sie später auch „Feminist Studies“ unterrichtet. 2013 tritt sie eine Gastprofessur an der Universität in Frankfurt am Main an. Bis heute setzt sie sich, vor allem als Sprecherin für politische Kampagnen und Bewegungen wie „occupy“ ein und schreibt Bücher, unter anderem „Women, Race and Class“. 2017 ist sie eine der Sprecherinnen des Womens March in Washington.

Angela Davis hat ihre politischen Überzeugungen niemals für akademische Anerkennung oder beruflichen Erfolg eingebüßt. In Zeiten, wo sie Repressionen ausgesetzt war hat sie standgehalten und gezeigt, was gesellschaftliche Solidarität ausmacht. Bis heute ruft sie am 8.März zum Internationalen Frauentag auf. Lasst uns ihrem Aufruf folgen!